Pan dei Morti: Das Originalrezept

Pan dei Morti: Das Originalrezept

„Pan dei Morti“ ist ein traditionelles Gebäck, das eng mit Allerheiligen und dem Allerseelentag verbunden ist. Eine köstliche und liebevolle Art, in Süßem an diejenigen zu erinnern, die nicht mehr unter uns sind.

Pan dei Morti ist eine traditionelle italienische Süßspeise, die während der Feiertage zum Gedenken an die Verstorbenen zubereitet und genossen wird – also zu Allerheiligen am 1. November und Allerseelen am 2. November. Das Gebäck ist vor allem in einigen norditalienischen Regionen wie der Lombardei, dem Piemont und Ligurien weit verbreitet. Pan dei Morti ist nur ein Beispiel dafür, wie die italienische Tradition und Kultur Bräuche und Symbole entwickelt haben, die mit der Erinnerung an die Verstorbenen rund um Allerheiligen und Allerseelen verknüpft sind.

Das Allerheiligenfest, auch bekannt als Tutti i Santi, ist eines der wichtigsten Feste in der katholischen Tradition. Es wird jedes Jahr am 1. November gefeiert, um alle bekannten und unbekannten Heiligen zu ehren, die in der katholischen Kirche verehrt werden. Das Fest hat uralte Wurzeln und wurde vor allem ins Leben gerufen, um jene Heiligen zu feiern, die keinen eigenen, ihnen speziell gewidmeten Gedenktag haben.

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Seine Ursprünge lassen sich bis in die ersten Jahrhunderte des Christentums zurückverfolgen. Der erste offizielle Akt zur Festlegung eines Tages für das Gedenken an die Heiligen und Märtyrer wurde im Jahr 610 n. Chr. von Papst Bonifatius IV. erlassen. Ursprünglich fand diese Feier am 13. Mai statt und ehrte all jene, die in den Jahrhunderten zuvor das Martyrium erlitten hatten.

Es war jedoch Papst Gregor IV., der im Jahr 840 n. Chr. König Ludwig den Frommen ausdrücklich darum bat, das Datum des Festes auf den 1. November zu verlegen. Dieser Schritt verwandelte das Fest der Märtyrer in ein Fest, das allen Heiligen gewidmet war. Die Wahl dieses neuen Datums war kein Zufall. Es heißt, der Papst habe eine Verbindung zwischen dem christlichen Fest und einem römisch-heidnischen Fest herstellen wollen, das im selben Zeitraum stattfand und Pomona, der Göttin der Saaten und Früchte, gewidmet war. Diese Entscheidung könnte als Versuch gedacht gewesen sein, den Übergang von der heidnischen Tradition zur christlichen Feier zu erleichtern.

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Auf diese Weise nahm das Allerheiligenfest eine neue Identität an und wurde zu einem Tag, an dem die katholische Kirche die Heiligkeit aller bekannten und unbekannten Heiligen ehrt und feiert. So verbinden sich die christlich-religiösen Traditionen mit den historischen und kulturellen Wurzeln des alten Roms. Es ist ein Fest der Heiligkeit und des ewigen Lebens, da Katholiken glauben, dass die Heiligen und Seligen – die Gott näher stehen als gewöhnliche Männer und Frauen – Vorbilder an Tugend und Hingabe sind, denen man nacheifern sollte. Das Fest ist ein Anlass, das Andenken dieser Heiligen zu ehren und zu versuchen, ihrem Beispiel im eigenen Leben zu folgen. Es ist auch ein Moment, um an die eigenen verstorbenen Angehörigen zu denken und für ihre Seelen zu beten – als Vorbereitung auf den Allerseelentag am 2. November.

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Genau wie Allerseelen ist auch Allerheiligen mit vielen volkstümlichen Traditionen verbunden. In Italien, aber auch in anderen Ländern mit unterschiedlichen Kulturen, besuchen die Menschen die Gräber ihrer Angehörigen, um den Verstorbenen die Ehre zu erweisen und die Grabstätten mit Blumen und Grablichtern zu schmücken. Zu den weiteren Traditionen gehört der Verzehr traditioneller Speisen oder Gebäcke, die eigens für diesen Anlass zubereitet werden.

Pan die Morti gehört zu dieser kulinarischen Tradition.

Pan dei Morti

Pan dei Morti ist eine Art süßes Brot mit der Form eines kleinen Laibs oder Kekses. Es wird aus Zutaten wie Mandeln, Nüssen, Zucker, Mehl, Rosinen, Kakaopulver und Aromen wie Vanille oder Zitrone hergestellt. Die Zutaten können je nach Region und lokalen Traditionen leicht variieren. Tatsächlich ist Pan dei Morti vor allem in der Lombardei und in Ligurien verbreitet.

War Pan dei Morti früher noch ein einfaches – wenn auch sehr nährstoffreiches – Gebäck aus übrig gebliebenen Keksen und Trockenfrüchten, so wurde die Rezeptur im Laufe der Zeit um Kakao und Likörwein bereichert, was es zu einer echten kulinarischen Spezialität machte.

Die Form von Pan dei Morti ist häufig rund, oval oder rautenförmig, und seine Oberfläche wird mit einer Schicht Puderzucker verziert, die das Leichentuch der Verstorbenen darstellen kann. Manche Gebäckstücke tragen auch ein Zuckerkreuz oder eine Kerze in der Mitte – Symbole, die für die Spiritualität und das Gedenken an die Verstorbenen stehen.

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Dieses Gebäck gilt als eine Geste der Zuneigung und des Erinnerns an die verstorbenen Angehörigen. Häufig kommen Familien zusammen, um das Pan dei Morti zuzubereiten, und nehmen es anschließend mit auf die Friedhöfe zu den Gräbern ihrer Lieben, wo sie es im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier verzehren. Da man glaubt, dass die Seelen der Verstorbenen ihre lebenden Verwandten besuchen und in ihre einstigen Heime zurückkehren, decken viele Familien den Tisch mit diesen traditionellen Süßspeisen, um sie willkommen zu heißen. Die Wurzeln von Pan dei Morti reichen bis in die Antike zurück. Bereits im alten Griechenland gab es offenbar ein ähnliches Gebäck aus Wasser, Mehl und Rosinen, das der Göttin Demeter dargebracht wurde, um eine gute Ernte zu erflehen. Das Pan dei Morti war schon immer ein einfaches Gebäck der bäuerlichen Tradition – genau wie auch Fave dei morti („Totenbohnen“) oder Ossa dei morti („Totenknochen“). Allen diesen Süßspeisen ist gemeinsam, dass sie von den Lebenden in der Nacht vom 1. auf den 2. November ihren Verstorbenen dargeboten werden.

Das Rezept

Wie viele traditionelle Süßspeisen ist auch Pan dei Morti ein Gebäck mit zahlreichen Varianten. Jede Stadt, jedes Dorf, aber auch jede Familie hat ihr eigenes Rezept und gibt es von Generation zu Generation weiter. So variieren beispielsweise die Kekse, die für den Teig verwendet werden. Wurden früher ganz allgemeine Keksreste genutzt, wählt man heute bestimmte Kekssorten nach persönlichem Geschmack aus. Wir empfehlen Ihnen eine Mischung aus Butterkeksen und Löffelbiskuits, denen Sie für eine noch aromatischere Note eventuell auch Amaretti hinzufügen können.

Trotz der vielen Zutaten ist es ein einfaches Rezept, das Sie ganz entspannt zu Hause zubereiten können – vielleicht sogar mit der Hilfe der Kleinsten.

Pan dei Morti Das Originalrezept

Zutaten für 20 Stück Pan dei Morti:

200 g Butterkekse (oder andere trockene Kekse)

200 g Löffelbiskuits

100 g Amaretti (optional)

200 g Feinkristallzucker

250 g Weizenmehl (Type 405)

10 g Backpulver

120 g gemischte Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse)

100 g Rosinen

120 g getrocknete Feigen

100 ml Marsala, Moscato oder Vin Santo

6 Eiweiß

50 g Ungesüßtes Kakaopulver

5 g Gemahlener Zimt

1 Prise Muskatnuss

2 Blatt Esspapier/Backoblaten

10 g Butter

Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung

Wir weichen die Rosinen für mindestens 10 Minuten im Likörwein ein. Während sie aufquellen, zerkleinern wir die Kekse in einer Küchenmaschine, bis sie fein gemahlen sind. Auch die Nüsse und die Feigen werden gehackt, allerdings nicht zu fein, damit kein Brei entsteht: Sie sollten in kleinen Stückchen erhalten bleiben.

Nun vermengen wir die gemahlenen Kekse, die gehackten Nüsse und Feigen sowie die Rosinen samt Einweichflüssigkeit. In einer zweiten Schüssel schlagen wir das Eiweiß mit einer Gabel leicht verquirlt auf. Anschließend geben wir die trockenen Zutaten wie Mehl und Zucker hinzu und fügen ganz zum Schluss das Eiweiß unter.

In die Schüssel geben wir außerdem den gesiebten Kakao, das Backpulver, den Zimt und die Muskatnuss. Wir verrühren alles, bis ein weicher, feuchter, aber gut gebundener Teig entsteht.

Wir heizen den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor und legen ein Backblech mit Backpapier aus. Auf diesem formen wir aus dem Teig eine etwa 12–15 cm breite Rolle. Wir schneiden die Rolle in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben und ziehen deren zwei Enden leicht spitz zu, sodass Rautenformen entstehen. Am besten lässt sich der Teig mit stets feuchten Händen verarbeiten. Wir setzen die Kekse auf die mit Butter bestrichenen Oblaten und schneiden diese anschließend an den Rändern zu. Wir schieben das Blech in den Ofen und backen das Gebäck für 20 Minuten.

Sobald die Pan dei Morti gebacken sind, lassen wir sie abkühlen, bestreuen sie mit Puderzucker und genießen sie im Kreise unserer Familie – in Erinnerung an all jene, die nicht mehr unter uns sind.