Der Heilige Florian von Lorch ist ein in Österreich und den angrenzenden Regionen sehr verehrter Heiliger. Als Schutzpatron der Feuerwehrleute war er zu Lebzeiten ein zum Christentum konvertierter römischer Veteran
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Am 4. Mai wird das liturgische Gedenken an den Heiligen Florian von Lorch gefeiert, einen Heiligen, der in seiner Heimat Österreich, aber auch in den angrenzenden Regionen wie Bayern, in Norditalien (Venetien, Trient und Friuli) und in Polen sehr beliebt ist. Dort brachte der Bischof von Modena, Eusebius, im Jahr 1183 einige seiner Reliquien und übergab sie Kasimir II., der in Krakau eine prächtige, ihm gewidmete Kirche errichten ließ.
Der Heilige Florian wird angerufen, um Brände und Überschwemmungen abzuwenden, und ist der Schutzpatron der Feuerwehrleute.

Wer war der Heilige Florian?
Erwähnt in einer Schenkungsurkunde aus dem 8. Jahrhundert n. Chr., verdanken wir unser Wissen über den Heiligen Florian insbesondere einer Passio, der „Passio Sancti Floriani“, die viele Gemeinsamkeiten mit der des Heiligen Irenäus, Bischof von Sirmium, aufweist, der wie er im Jahr 304 unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod starb.
Darin wird berichtet, dass Florian in Mantem bei Krems im Noricum Ripense lebte, einer Region südlich der Donau, die dem heutigen Oberösterreich entspricht. Hier war er als princeps offici (Leiter des Amtes des Provinzstatthalters) von Cetia, dem heutigen Kirchdorf an der Krems, tätig, verteidigte die nördlichen Grenzen und befehligte eine militärische Einheit, die für die Brandbekämpfung ausgebildet war. Von allen sehr geschätzt, praktizierte Florian ohne Wissen seiner Kameraden und Vorgesetzten heimlich den christlichen Glauben.

Heilige Märtyrer: das eigene Leben im Namen Gottes opfern
Heilige Märtyrer sind Männer und Frauen, oft sehr jung, die ihr Leben aus Liebe zu Gott geopfert haben und dafür…
Eines Tages, als er im heutigen Sankt Pölten im Dienst stand, erreichte ihn die Nachricht, dass in Loriacum (dem heutigen Lorch) vierzig Christen auf Befehl des Prätors Aquilinus verhaftet worden waren, der im Namen des Kaisers Diokletian, des großen Christenverfolgers, die Geschicke der Region lenkte.
Entschlossen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Gefangenschaft jener Männer, mit denen er den Glauben teilte, zu mildern, wenn nicht gar zu verhindern, machte er sich auf den Weg nach Lorch, doch bevor er die Stadt erreichen konnte, wurde er von einem Trupp römischer Soldaten abgefangen. Ihnen gegenüber bekannte er sich zum christlichen Glauben und wurde deshalb verhaftet und vor den Prätor Aquilinus gebracht.
Dieser versuchte zunächst, ihn dazu zu bewegen, den heidnischen Göttern Opfer darzubringen, da er den Ruf des tapferen Veteranen kannte und ihn nicht verurteilen wollte, doch Florian lehnte jeden Versuch der Vermittlung ab, und schließlich ließ Aquilin ihn auspeitschen und zum Tode verurteilen. Zum Fluss Anesius (Enns) geführt, wurde der heilige Florian mit einem Mühlstein um den Hals ins Wasser geworfen. Es war der 4. Mai 304 n. Chr.
Florian starb; sein Leichnam wurde von einer frommen Frau namens Valeria und einigen Gläubigen geborgen und beigesetzt. Der Ort seiner Bestattung, an dem die Bischöfe von Passau später die große Abtei Sankt Florian errichten ließen – eines der berühmtesten Denkmäler des österreichischen Barocks –, wurde sogleich zu einem Zentrum der Verehrung und des Kultes.
Ikonografie des Heiligen Florian
Der Heilige Florian wird oft mit der Mühlstein, dem Symbol seines Martyriums, und mit der Märtyrerpalme dargestellt, aber auch mit Schild, Schwert, Helm und Fahne, die an sein Leben als Soldat erinnern.
In vielen bayerischen Dörfern, aber auch in Österreich, findet man Darstellungen des Heiligen Florian, der mit einem Eimer oder einem Krug Wasser in den Händen versucht, ein Feuer zu löschen. In vielen österreichischen Bauernhäusern stieß man früher häufig auf die Inschrift: „O Heiliger Florian, verschone mein Haus.“

Der Kult des Heiligen Florian in Norditalien und in Österreich
Aufgrund seines Todes im Fluss gilt Florian als Schutzpatron der Opfer von Überschwemmungen und wird daher bei Hochwasser angerufen. Sein Kult verbreitete sich unmittelbar nach seinem Tod in seiner Heimat, dem heutigen Österreich, und in den angrenzenden Regionen wie Bayern. Insbesondere hier gilt er auch als der Heilige, den man bei Bränden anruft, denn einer Legende zufolge löschte Florian, als er durch diese Region reiste, einen schrecklichen Brand mit nur einem Eimer Wasser oder einem einfachen Gebet. Eine andere Legende erzählt hingegen von zwei Köhlern, die in einen Brand verwickelt waren und sich retteten, indem sie seinen Namen anriefen. Er gilt auch als Beschützer der Brücken.
Der Heilige Florian ist auch Mitpatron von Jesi in der Region Marken (Italien), wo ihm am 4. Mai ein großes Fest und ein berühmter Palio gewidmet sind. Tatsächlich war der Heilige Florian in der Antike der Schutzpatron der Respublica Aesina, die aus den Castelli di Jesi bestand. In Jesi wird der römische Zenturio Sankt Florian jedoch mit einem gleichnamigen Hirtenjungen verwechselt, der in Cingoli geboren wurde und, als er vom Teufel zu einem Wettlauf herausgefordert wurde, die Gola della Rossa öffnete, indem er das Kreuzzeichen machte, und als Erster ins Ziel kam.

Wie bereits erwähnt, begann auch diese Region, den Heiligen mit besonderer Verehrung zu ehren, nachdem ein Teil der Reliquien des Heiligen Florian nach Polen gebracht worden war, bis er schließlich zu ihrem Schutzpatron wurde. In Krakau ist das gesamte Universitätsviertel dem Andenken des Heiligen gewidmet, und in der Basilika, die der Herzog zu seinen Ehren errichten ließ, lebte und wirkte Don Karol Wojtyla, der spätere Papst Johannes Paul II., als Vikar.
















